Mobbing am Arbeitsplatz – was tun?

2. Juli 2014

Rund eine Million Erwerbstätige sind von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen und werden schikaniert, benachteiligt und ausgegrenzt. Versuchter Rausschmiss durch die Hintertür, Konkurrenzdruck unter Kollegen oder ganz einfach persönliche Antipathie – die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie die Lösungsstrategien, zu denen Vorgesetzte greifen können.

Mobbing-Opfer leiden unter ihren fiesen Kollegen.

Experten-Tipp: Reißnagel auf dem Bürostuhl. Mobbing funktioniert auch mit kleinen Dingen.

Was ist Mobbing und wie kommt es dazu?

Von Mobbing wird dann gesprochen, wenn eine Person am Arbeitsplatz bewusst ausgegrenzt, drangsaliert oder benachteiligt wird, das kann ganz offen oder eher hinterfotzig geschehen. Die Attacken gehen zumeist über mehrere Monate und seinem Arbeitsplatz zu vertreiben. Mobbing kann auf diverse Arten geschehen. Zumeist beginnt es mit eher harmlose Attacken und Beleidigungen, die sich immer weiter steigern bis wirklich die Fetzen fliegen. Nach und nach nehmen mehr Personen am Mobbing teil und verschlimmern die Situation für den Betroffenen so immer mehr. Er wird angeschrien, ignoriert oder lächerlich gemacht. Oft werden auch Gerüchte verbreitet, um dem Betroffenen zu schaden. Die Opfer des Mobbings werden dabei jedoch keinesfalls zufällig gewählt. Die Opfer sind insbesondere sensible, psychisch anfällige Mitarbeiter. Einer der häufigsten Gründe ist fehlende Kommunikation im Betrieb. Ist ein Mitarbeiter stiller als andere, entstehen schnell Gerüchte und falsche Informationen werden verbreitet. Das ist oftmals verbunden mit dem Konkurrenzkampf in einem Unternehmen. Leichte Opfer werden durch Mobbing-Attacken quasi „ausgeschaltet“, um die eigenen Chancen auf eine Beförderung zu erhöhen. Umgekehrt kann es auch bei einem geplanten Stellenabbau passieren, dass Mitarbeiter gezielt schlecht gemacht werden. Eine der häufigsten Mobbing-Ursachen ist jedoch der Machtmissbrauch von Vorgesetzten, da Gemobbte hier kaum eine Chance haben, sich zur Wehr zu setzen.

Youtube-Video von WISO zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz

Chance genutzt: vom Mobbing-Opfer zum Mentalcoach / zur Konfliktberaterin

Mobbing am Arbeitsplatz was tun?

Betroffene haben mit ständigen Anfeindungen zu kämpfen, was eine hohe psychische Belastung darstellt. Wer gemobbt wird, kann sich jedoch auf verschiedene Weisen gegen die Schikane wehren. Am besten ist es, aufkeimendes Mobbing direkt im Keim zu ersticken und die Anfeindungen direkt anzusprechen. Oft lassen sich Konflikte lösen, indem der Gemobbte den mobbende Mitarbeiter gezielt anspricht und sich auch nicht scheut, bei Beleidigungen Wiederworte zu finden. Das mag für viele Menschen schwierig sein, doch wer sich nicht wehrt, wird schnell als potentielles Opfer angesehen. Sollte auch eine Aussprache nichts bringen, hilft es, sich beim Vorgesetzten oder direkt beim Betriebsrat zu beschweren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Beratungsstellen können spezifische Tipps geben und bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Wer nicht die Energie und Kraft hat, gegen ständiges Mobbing vorzugehen oder ganz einfach nicht mehr mit den Mobbern zusammenarbeiten möchte, dem empfiehlt es sich, einen Arbeitswechsel vorzunehmen. Zwar erreicht der Mobber damit sein Ziel, doch im Nachhinein ist es immer noch möglich, den Arbeitgeber auf Schmerzensgeld zu verklagen und sich auf diese Weise zu wehren.

Kommunikation im Betrieb als Mittel gegen Mobbing am Arbeitsplatz

Offene, ehrliche Kommunikation als Vorbeugung gegen Mobbing am Arbeitsplatz

Wie der Arbeitgeber Konflikte lösen kann?

Die Frage „Mobbing am Arbeitsplatz was tun?“ müssen sich auch viele Arbeitgeber stellen. Da diese am längsten Hebel sitzen, können sie Mobbing auch gezielt vermeiden. Teambuilding-Übungen sind eine gute Möglichkeit und sollten immer wieder eingeplant werden. Wichtig ist hierbei, dass es sich um Teambuilding-Übungen handelt, die nur mit allen Mitarbeiten durchgeführt werden können. Eine gute Übung ist beispielsweise „Fallen lassen“. Dabei steht die Gruppe im geschlossenen Kreis um einen Mitarbeiter. Dieser lässt sich nun nach hinten fallen und muss von den anderen gefangen werden. Übungen dieser Art schaffen Vertrauen und lassen Nähe zwischen den Mitarbeitern entstehen. Dadurch wird zum einen die Kommunikation gestärkt und potentielle Mobbingopfer können sich leichter integrieren und zum anderen steigt die Hemmschwelle, einen Mitarbeiter zu mobben.
Trotz dieser Übung kann es aus verschiedenen Gründen dazu kommen, dass eine Person Mobbing-Attacken ausgesetzt ist. Der Arbeitgeber sollte hier sofort eingreifen und ein klärendes Gespräch mit dem Mobber führen. Bestrafungen sollten jedoch nicht sofort ausgesprochen werden, da der Gemobbte dadurch womöglich noch mehr Hass auf sich zieht.

Quellen und weitere Tipps

 


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