Berufskrankheiten: Top 10

16. Juni 2015

Dieser Beitrag soll Informationen zu den zehn häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland geben. Allerdings sind zu Anfang ein paar Worte zur Definition angebracht, d.h. was in Deutschland als anerkannte Berufskrankheiten gilt.

Berufskrankheiten – Das Verfahren

Berufskrankheiten können den Job zum Albtraum machen

Berufskrankheiten: Was versteht man unter einer anerkannten Berufskrankheit?

In Deutschland können Berufskrankheiten von den Berufsgenossenschaften als solche anerkannt werden. Allerdings hat dies innerhalb des vom Gesetzgeber vorgesehenen Rahmens zu geschehen: Hierzu hat der Gesetzgeber die Vorgabe gemacht, dass nur solche Leiden, welche durch besondere, d.h. berufsspezifische Einwirkungen entstehen, als anerkannte Berufskrankheiten gezählt werden dürfen.

Dies ist explizit in der sogenannten Liste der Berufskrankheiten festgelegt. Darüber hinaus werden zur weiteren Information vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales jährlich Merkblätter zu diesen Krankheiten für Ärzte herausgegeben.

Die Krankheiten – Top 5

Die Zusammensetzung der Krankheiten innerhalb der Liste unterliegt Schwankungen. Immer ist allerdings bei den Spitzenpositionen die auch als „Volkskrankheit Nummer Eins“ bekannte Gruppe der Rückenschmerzen dabei. Die Vermeidung dieser Volkskrankheit ist deshalb auch Ziel jedes Gesundheitsmanagements in großen Firmen (später etwas mehr dazu).

Eine vor allem aber nicht ausschließlich bei Arbeitnehmern im Baugewerbe auftretende Berufskrankheit ist die sogenannte Lärmschwerhörigkeit. Doch auch Piloten, Polizisten, Automechaniker oder Kameramänner unterliegen Lärmbelastungen, welche deutlich über dem normalen Geräuschpegel liegen können.

Ein Erbe vor allem der Bauart der sechziger und siebziger ist die sogenannte Asbestose (vom Asbest abgeleitet, mehr Informationen dazu auch hier: http://flexikon.doccheck.com/de/Asbestose). Diese seit 1993 wegen seiner gesundheitsschädlichen Wirkungen verbotene Bausubstanz kann nach einer sehr langen Latenzzeit (bis zu 20 Jahre) zu irreparablen Schäden am Lungengeweben führen. Folge ist Atemnot – eine Krankheit, unter der vor allem ehemalige Bauarbeiter leiden können.

Ebenfalls durch Asbestablagerungen kommen die beiden folgenden Krankheiten zustande: Beim Mesotheliom durch Asbest handelt es sich um einen bösartigen Tumor in der Rippen- oder Bauchfellgegend. (Besagter Tumor ist die häufigste Todesursache bei den tödlich verlaufenden Berufserkrankungen).

Desweiteren können Lungen- und Kehlkopfkrebs die Folge langjähriger Belastung mit Asbest sein. Auch hier sind vor allem Bauarbeiter und Schiffsbauer, aber auch Beschäftigte in der chemischen Industrie oder in Malereibetrieben, die Betroffenen.

Weitere Berufserkrankungen

Eine große und leider groß bleibende Gruppe bilden die Hauterkrankungen. Meist aus Haut- und Handekzemen und allergischen Reaktionen bestehend und in Berufsfeldern mit Chemikalien und Wasser vertreten, könnten sie oft durch simple Präventivmaßnahmen wie Handschuhe vermieden werden.

Eine vor allem im Bergbau vorkommende Krankheit ist die sogenannte Silikose, d.h. die Ablagerung von quarzhaltigem Staub in der Lunge. Ähnlich wie bei der Asbestose kommt es zu einer Vernarbung vom Lungengewebe. Folgen sind Atemnot, Reizhusten, Appetitlosigkeit etc.

Durch Tätigkeiten in bestimmten Gefährdungsgebieten können auch Infektionskrankheiten entstehen. Diese, vor allem im Gesundheitsdienst sowie der Alten- und Krankenpflege vorkommenden Krankheiten umfassen meist Tuberkulose, Hepatitis und Scabies (auch Krätze genannt). Auch die Infektion mit HIV kann (sofern in einem Gefährdungsgebiet entstanden) dazu zählen.

Bei den sog. Zoonosen handelt sich um von Tieren auf Menschen übertragene Krankheiten. Nicht nur Beschäftigte in Land- und Forstwirtschaft und Veterinärmediziner, sondern auch Geschäftsreisende und Reiseleiter, können zu Betroffenen zählen. Die Palette der übertragbaren Krankheiten ist dabei lang und reicht von viralen (Tollwut), parasitären (Fuchsbandwurm), über bakterielle (Tuberkulose) bis zu Pilzen (Morbus Schenk).

Zu den bereits genannten Atemwegserkrankungen kommen schlussendlich noch allergische Erkrankungen hinzu. Diese, vor allem bei Bäckern, Konditoren und Frisören vorkommenden Formen, rühren von Staub, Mikroorganismen und chemischen Stoffen in der Luft her. Typische Erscheinungen sind bronchiales Asthma und Nasenschleimhautentzündungen. Mehr zum Thema auch hier: http://www.stern.de/gesundheit/allergie/erkrankungen/berufsbedingte-allergie-wenn-die-arbeit-krank-macht-584833.html.

Fazit zum Volksleiden Rückenschmeren

Bei weitem den größten Anteil an allen Krankheitsformen haben die eingangs erwähnten Rückenleiden (in der Liste der Berufskrankheiten interessanterweise nur ein Nebenpunkt). Wie die Hauterkrankungen auch können oder könnten sie oftmals durch recht einfache Mittel vermieden werden: Ergonomische, d.h. auf die jeweilige Rückenform angepasste Bürostühle sollten daher in jeder normalen Firma ein Muss sein, um gesund durch den Büroalltag zu kommen.

Hier zu sparen, hieße wirklich (und wortwörtlich) auf dem Rücken der Arbeitnehmer zu sparen – d.h. an der falschen Stelle. Eine Investition in flexible Drehstühle, höhenverstellbare Schreibtische und Wellness Stühle ist deswegen garantiert ihr Geld wert.


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