Das RSI – alias Mausarm-Syndrom: Wenn Klicken krank macht

8. März 2017

Das RSI – alias Mausarm-Syndrom: Wenn Klicken krank macht

Stundenlange einseitige Arbeit am Computer, Zeitdruck, Stress und wenig Pausen gehören heutzutage meist zum Alltag eines jeden Berufstätigen. Und genau hier können die ersten Anzeichen für einen Mausarm, im medizinischen Fachjargon RSI-Syndrom genannt, beginnen: Ein Ziehen im Unterarm, Schmerzen im Handballen oder ein Kribbeln im Arm – kleine Befindlichkeitsstörungen, so scheint es, denen wir meist wenig Beachtung schenken. Doch genau diese Warnhinweise unseres Körpers sind wichtig, denn sonst kann es in einen schleichenden Prozess zu einem ausgewachsenen Mausarm kommen.

Mausarm – was ist das?

Das RSI-Syndrom (Repetetive Strain Injury Syndrom), umgangssprachlich besser bekannt unter dem Namen Mausarm Syndrom oder Maushand, steht für die schmerzhafte Einschränkung von Bewegungsabläufen im Hand- und Unterarmbereich. Die Symptome reichen dabei von leichten Schmerzen im Handgelenk bei Belastung über mäßige Unterarmschmerzen bis hin zu starken Schmerzen im Arm, und das selbst im Ruhezustand.

Im fortgeschrittenen Stadium entstehen nicht mehr nur Schmerzen durch einseitige Überlastung sondern auch erste kleinere Verletzungen der Muskeln und Sehnen am Handgelenk. Spätestens jetzt ist große Vorsicht geboten, denn die dauernd wiederkehrende Anspannung von Muskeln im Arm führt zu einer Fehlhaltung der Hände und einer Überanstrengung der Nerven, Sehnen und Gelenke.

Was sind die Ursachen für ein RSI-Syndrom?

Ein Mausarm entsteht meist durch einseitige Belastung und immer wieder gleichen Bewegungen, wie tägliche Computerarbeit, Fließbandarbeit oder auch zu langes Konsolenspielen in der Freizeit. Besonders betroffen von einer solchen Überbelastung sind Personen, die häufig und über längere Zeit Arbeiten an Maus und Computer durchführen. Daher auch der Name „Mausarm“.

Neben der Schädigung von Muskeln und Sehnen kann durch unterschwellige Schmerzen eine Erinnerung im Gedächtnis entstehen, die Schmerzen hervorruft, obwohl keine Verletzungen des Gewebes vorhanden sind. Nicht selten ist der Mausarm also auch eine psychisch hervorgerufene Beeinträchtigung.

 

ACHTUNG:

Werden die Symptome nicht rechtzeitig erkannt oder diese mit
Schmerzmitteln unterdrückt, läuft man Gefahr, eine chronische Entzündung mit
permanenten Schmerzen zu festigen. Auch benötigt ein Mausarm unbedingt eine medizinische Behandlung, da sonst der betroffene Arm irreversible Beschädigungen ausbilden kann, die nicht mehr zu heilen sind.

Mausarm – was tun?

Ist man vom RSI-Syndrom betroffen, heißt dies nicht, dass der Arbeitsplatz gewechselt oder der Arm ruhig gestellt werden muss. Das erste Ziel liegt daran, neue Tätigkeitsmuster zu entwickeln. Der erste Schritt ist dementsprechend das Ausbrechen aus gewohnten Mustern der Anspannung.

Hierfür gibt es zahlreiche kleine Tricks im Büroalltag: Bewegen Sie sich während der Arbeit regelmäßig und legen Sie Pausen ein. Dies ist schon möglich, indem Sie Ihr Telefon oder den Drucker außer Reichweite platzieren und somit regelmäßig aufstehen und einige Schritte gehen müssen. Gönnen Sie dem Mausarm ruhig mal wieder eine Rast, indem Sie beispielsweise die Kollegen im Nachbarbüro besuchen. Nicht nur die werden sich freuen, Sie zu sehen, auch der schmerzende Arm wird Ihnen diese Pause danken.

Arm-Übungen können beim RSI-Syndrom helfen

Dehnen Sie ihre Muskulatur immer wieder, denn vor allem durch das Sitzen am Schreibtisch verkürzt sich diese schnell. Am besten lässt man sich diese Übungen von einem Physiotherapeuten zeigen, ansonsten gibt es hier ein anschauliches Video das einige Hilfestellungen gegenüber den typischen Hand-Schmerzen liefert:

Mausarm vorbeugen mit Ergonomie und gesunder Körperhaltung
Neben diesen Tipps lohnt sich auch die Investition in einen ergonomischen Arbeitsplatz mit den richtigen Büromöbeln. Denn eine ergonomische Einrichtung sowie eine bewusste Körperhaltung sind die besten Methoden, um einen Mausarm effektiv vorzubeugen. Achten Sie daher auf folgende Punkte:

  • Wie sitzen Sie an Ihrem Schreibtisch?
  • Verwenden Sie eine ergonomische Maus, Handauflage oder Tastatur?
  • Ist Ihre Stuhl- und Tischhöhe richtig eingestellt?
  • Wie groß ist der Abstand zum Bildschirm?

Erst wenn all diese Faktoren am Arbeitsplatz individuell auf Ihr Körpergewicht, Ihre Körpergröße und Ihre Bewegungsabläufe abgestimmt sind, können Sie ergonomisch arbeiten, ohne Ihren Arm überzubelasten. Hat sich das RSI-Syndrom aber erst einmal ausgebildet, ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.


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