Sicca-Syndrom: 6 Tipps gegen müde & trockene Augen im Büro

25. April 2016

Trockenes Auge: ein Fünftel der Augenarzt-Patienten haben Probleme mit dem Sicca-Syndrom

Trockenes Auge: 20 % aller Augenarzt-Patienten leiden unter dem Sicca-Syndrom.

Büroaugen nennen die Amerikaner ein Phänomen, das auch hierzulande immer häufiger wird: Nach einem Arbeitstag im Büro klagen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über brennende, trockene oder müde Augen. Mediziner sprechen vom Sicca-Syndrom, unter dem etwa 20% aller Augenarzt-Patienten leiden. Starren auf den Computerbildschirm, trockene Büroluft, aber auch die Vielzahl optischer Eindrücke fordern die Augenmuskeln erheblich. Denn gerade für das Sehen im Nahbereich muss sich der ringförmige Augenmuskel (Ziliarmuskel) zusammenziehen, damit sich die Linse ausreichend wölben kann.

Tränen – ein ganz besonderer Saft

Hat man zu wenig Tränenflüssigkeit, wird sie durch zu seltenen Lidschlag nicht ausreichend auf dem Auge verteilt oder ist die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört, fehlt sozusagen das Schmiermittel. Das Lid gleitet nicht mehr gut über das Auge. Hornhaut und Bindehaut trocknen aus. Man hat das Gefühl, Sandkörner im Auge zu haben. Reiben reizt das empfindliche Gewebe noch mehr, Juckreiz und Schmerz ergeben eine äußerst unangenehme Kombination.

Was bewirkt Augentrockenheit?

Augentrockenheit kann dauerhafte Schäden am Auge hervorrufen. Sie kann Nebenwirkung von Medikamenten oder Symptom sein für hormonelle Imbalancen und Krankheiten wie Rheumatismus, Diabetes oder die Schilddrüsenerkrankung Basedow. Am besten also, man tut gleich alles, um die Ursachen zu beseitigen und die Symptome gleich zu lindern. Um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen, empfiehlt sich ein Besuch bei Arzt oder Ärztin des Vertrauens. Doch viele Ursachen am Arbeitsplatz lassen sich aufspüren und beseitigen:

Ursachen für das Büroaugensyndrom und Ideen für die Abhilfe

Ursache

Abhilfe

Symptomlinderung

schlechter Arbeitsplatz
  • ergonomische Büromöbel
  • richtige Platzierung des Büro-Arbeitsplatzes für Ergonomie und optimale Beleuchtung

  • Bildschirmwinkel ändern
  • Stuhl- und Schreibtischöhe und Neigungswinkel ergonomisch anpassen
Ozon, Feinstaub
  • Drucker und Kopierer außerhalb des Raums aufstellen und Tür schließen
  • auch Schreibtisch und Bildschirm regelmäßig feucht abwischen
  • regelmäßig lüften
  • Pollenschutzgitter für Fenster einsetzen
  • im Büro nicht rauchen
  • Radfahrer-Windbrille aufsetzen
trockene LuftPflanzen oder Luftbefeuchter aufstellenkünstliche Tränen bzw. Tränenersatzmittel verwenden
schlechter BildschirmInvestieren in guten Monitor und gute Grafikkarte
Starren mit verringertem Lidschlagbewusst und häufiger Blinzeln
Zugluft
  • Büromöbel umstellen
  • Paravent aufstellen
  • Fenster gezielt kurzzeitig ganz öffnen, danach schließen
Radfahrer-Windbrille aufsetzen
Allergie
  • Allergie behandeln
  • Pollenschutzgitter für Fenster einsetzen
  • während der Allergiephasen Brille statt Kontaktlinsen benutzen
antiallergisch wirkende Augentropfen*

* in Absprache mit Augenarzt/Augenärztin

6 Tipps zur Linderung der Symptome des trockenen Auges

Regen Sie Ihren Lidschlagreflex an und entspannen Sie angestrengte Augen mit folgenden Tipps:

  1. Frische Luft vertreibt augenschädliche Ausdünstungen

    Regelmäßig ein Mal in der Stunde lüften bringt frischen Wind ins Büro: Frische Luft bringt reichlich Sauferstoff mit. Außerdem vertreibt sie schädliche Ausdünstungen von Drucker und Fotokopiergerät wie etwa Ozon. Und der Weg zum Fenster ist eine Bildschirmpause.

  2. Augen palmieren

    Reiben Sie die Handflächen aneinander, bis sie schön warm sind. Legen Sie die gewölbten Hände über die geschlossenen Augen und die Stirn und entspannen Sie Ihre Augen in der Wärme.

  3. Augen-Akupressur in Eigenregie

    Massieren Sie manchmal bei müden Augen Ihre Nasenwurzel oder reiben sich die Augen? Aus solchen Beobachtungen ist wohl die Augenakupressur entstanden. Rund ums Auge liegen viele Akupressurpunkte: Von der Nasenwurzel entlang der Augenbrauen, in den Augenwinkeln und entlang des Jochbeins unter dem Auge können Sie sanft mit den Fingerspitzen drücken – vorher bitte Hände waschen.

  4. In die Ferne schauen

    Gönnen Sie Ihrem Ziliarmuskel eine Ruhepause, indem Sie in die Ferne schauen – je weiter desto besser. Notfalls in den Himmel. Und wenn der voller Wolken ist, schließen Sie die Augen, stellen sich vor, auf einem hohen Berg zu stehen und weit über das Land hin zu schauen. Das entspannt den Ringmuskel des Auges.

  5. Sekundenzeiger gucken

    Stellen Sie sich eine große mechanische Uhr vor und folgen Sie mit den Augen dem Sekundenzeiger von 12 Uhr zu 1 Uhr, 2 Uhr etc.. Wenn Sie wieder bei 12 Uhr angekommen sind, dreht sich der Sekundenzeiger in die andere Richtung und sie folgen wieder mit den Augen. Machen Sie die Übung mit offenen oder geschlossenen Augen, wie es Ihnen angenehmer ist.

  6. Vorbeugen mit Omega-3-reiche Ernährung

    Dr. A. Jaksche von der Universitäts-Augenklinik in Bonn hat noch einen Ernährungstipp, wie man den trockenen Augen Leibe rücken kann: „Dunkler, fetter Kaltwasserfisch“ und Leinöl enthalten Omega-3-Fettsäuren. Forschungsergebnisse ließen vermuten, so Dr. Jaksche, dass „das Risiko eines trockenen Auges durch eine hohe Aufnahme von essentiellen Omega-3-Fettsäuren verringert werden kann. Je höher die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, ein Trockenes Auge zu entwickeln.“ (1)

Quellen


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